FAZ: Ein globaler Krieg gegen das Bargeld

Die FAZ schreibt in einem m.M.n. mittelmäßigen Artikel über die kürzliche Entwertung von 80% des in Indien in Umlauf befindlichen Bargeldes. Leider geht der Artikel natürlich nur ein zwei Zeilen am Ende auf die Gefahren ein und versteht das Prinzip des Umlauf gesicherten Geldes wie es Gsell schon mal ausprobierte auch nicht richtig.

Die Lesermeinungen, die man leider nicht beim Ausdruck (pdf) mit bekommt, scheinen mir da schon deutlich besser durch zu blicken. Leider kommentieren ja nur leute, denen es nicht egal ist, die „etwas“ statt „nichts zu verbergen“-Sager. Deswegen dokumentiere ich hier mal einige (viele):

Korruption ist doch längst bargeldlos geregelt. Niemand überweißt 1 Mio. mit dem Überweisungsvermerk „Bestechungsgeld Abgasaffäre“. da werden doch eher drei Reden an Universitäten gesponsert […] und [das] wird als Nebeneinkunft des Parlamentarier gebucht. (Stephan Drauer)

Bargeld ist eine reale Basis im Geschäftsleben, die den „Freunden“ der Optionsspiele und – blasen nicht zur Verfügung steht. Klar wollen da manche darauf zugreifen. Den Rechten der BürgerInnen widerspricht dies. (David Boventer)

Auch ‚zur Bekämpfung der Kinderpornographie‘ muss tief in die Bankkonten der ehrlichen Bürger Einsicht genommen werden! Es kann kein Zweifel bestehen das die Bargeldabschaffung genau dem gleichen Zweck dient: Totale Überwachung der Bürger zur Steueroptimierung! (Martin Bernhart)

Eigentlich kann es den Verfechtern der Abschaffung des Bargeldes nur darum gehen, bessere Überwachungs- und Kontrollmöglichkeiten zu schaffen, um z. B. Bestechungen zu erschweren. Trotzdem ist ihr Ansinnen zu verwerfen. Mal davon ab funktioniert das elektronische Geld nur, wenn die Computerprogramme richtig arbeiten und/oder die Hardware nicht versagt. Und wie es dann bei Stromausfall aussieht… (Heiner Peters)

Kontensperrungen sind dann sehr effektiv: Die Polizei kann jedem Verdächtigen dann leichterdings den Geldhahn zudrehen […] Wie soll man dann einen Anwalt finden, ohne Geld? Da müsste das Herz all der Kesselfahnder doch höher schlagen – man wird allen Missliebigen jederzeit die Handlungsfreiheit nehmen können, indem man ihnen den Zugriff auf ihr Geld per Knopfdruck unmöglich macht…(Gottfried Scherer)

Ist das jetzt wieder so eine Parole wie einst die Senkung der Staatsquote? Ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen ist nicht erkennbar, aber die Nutznießer stehen schon in den Startlöchern. Das organisierte Verbrechen kommt ganz gut ohne Bargeld aus, zur Not eben Bitcoins. […] Am Ende ist dann wieder kaputt, was unsere Gesellschaft ausmacht und der Staat bleibt darauf hängen. Eine Abschaffung des Bargeldes würde die Ausgabe von Geldwerten, Wertäquivalenten, (eine der wichtigsten Staatsaufgaben) endgültig privatisieren.(Björn Palazzo)

Mir ist jetzt oder in der Vergangenheit kein Wirtschaftssystem bekannt, in dem man nichr bei entsprechend „schwacher“ Hauptwährung auf Alternativen umgestiegen wäre (Zigaretten, Kaffee, Sex, Gold, Kunst, Wein, Lebensmittel, Zement, Buntmetall, etc.) (Thorsten Kahner)

Marsch in den totalen Überwachungsstaat (Wolfgang Heubach)

Dass die bürgerlichen Freiheiten durch Video- und Internetüberwachung zunehmend eingeschränkt werden, kann doch kein Argument sein, dies mit der Bargeldabschaffung noch weiter zu treiben.(Ralf Klöckner)

Nein, es geht darum, die Schieflage des Euros und der Schuldenländer zu neutralisieren. Und das geht nur, indem man den Euro inflationiert und/oder die Gläubiger (also alle Kontoinhaber) „zypert“. Beides geht viel leichter bzw. ausschließlich, wenn die Leute auf Konten gezwungen werden, die dem Zugriff oder einem möglichen Negativzins ausgesetzt sind. Ferner ist dies viel effektiver und auch eleganter, als den Leuten zu diesem Zwecke Steuern abzupressen. (Karl Fischer)

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