Bahnfahrt nach Istanbul

IMG_20130203_125219Erst nachdem ich eine dreiviertel Stunde am Bahn-Schalter im Reisezentrum stand hatte ich eine gewisse Idee, wo die Probleme liegen bei einer Bahnfahrt in die Türkei. Die Bahn hat zwar Kooperationen mit den an Deutschland angrenzenden Nachbarländern, so dass man hier günstige Züge bekommen kann. Wenn man früh genug bucht, kann man hier im Nachtzug mit einem sog. „Globalpass“ für 30€ von München über Wien nach Budapest fahren. „Globalpass“ bedeutet hier, dass man sowohl den Zug nehmen darf und auch eine Reservierung für einen Platz hat – was bei Nachtzügen immer nötig ist. Man beachte, dass man, sobald man auch wirklich schlafen statt sich quälen möchte, stattdessen eigentlich 80€ ausgeben sollte. Und das ist immer noch nicht erstattungsfähig (falls sich die Pläne ändern). Nun muss man erst ein Mal nach München komme und auch mit 2 Monaten Zeit bis zur Reise geht da leider unter 120€ nichts mehr.

Haben sich alle Mitleidenden dort getroffen, möchte man gerne weiter fahren, z.B. nach folgender Tabelle, die vielerorts als die gute Verbindung vorgeschlagen wird:

Tag Ab An Wie
1 Oldenburg (Oldb) München Hbf RE 4423, ICE 631 (Tag)
2 München Hbf Budapest-Keleti EN 463 (Nacht)
2 Budapest-Keleti Beograd EC 273 (Tag)
3 Beograd Sofia D 293 (Nacht)
3 Sofia Istanbul Sirkeci D 491 (Nacht)

So erreicht man am Morgen des vierten Tages den Instanbuler Bahnhof auf der europäischen Seite. Falls man vielleicht irgendwo noch einen Tag stoppt, um etwas von der Umgebung aufzunehmen, ist man direkt bei vier Tagen Reisezeit. Dumm nun, dass man nun keine Reservierungen für die Nachtzüge aus Deutschland heraus buchen kann. So kann es passieren, dass man in Sofia steht, das Zugticket hat, aber keine Reservierung für einen Sitz oder eine Liege aufgrund von Kontingentierungen mehr erstehen kann.

Eine Stunde Beratung später kommt man darauf, dass die Alternative, sich die Fahrt mit InterRail-Karten zusammen zu stückeln, nicht günstiger wird. Denn hier kann man dann gleich vier Landespässe kaufen. Der Globalpass – hier mit der Bedeutung, dass man alle Züge der angeschlossenen Bahngesellschaften aller Länder fahren kann – ist für eine Fahrtrichtung leider zu teuer. Aber auch mit den vier Einzeltickets reißt man locker die 350€.

Fazit: Auch wenn man eine solche Strecke nie aus Preisgründen mit der Bahn fahren würde, reißt der Idealismus bei dem vierfachen Preis und der 17-fachen Reisezeit im Vergleich zu einem Flug mit Turkish Airways irgendwie ein… Die Zusammenarbeit der Bahngesellschaften hat viel Potential. Denn wie angenehm wäre das denn, wenn man ein Ticket von A nach B, zum Normalpreis mit RailPlus-Rabatt (bzw. Bahncard) inkl. der Reservierungen buchen könnte? So… ohne 10 Stunden Recherche?

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