Weihnachtsflut 1717

Gefunden im Oldenburgischen Landesmuseum für Natur und Mensch. Hier geht es um das was das Land um Oldenburg herum bewegt – Also Bauern, Moor, Wasser unf Flut. Beim Besuch vor einigen Monaten hatte ich eine schöne Karte gefunden, die ich ganz interessant finde. Es gibt diese Karte einige andere Male im Netz, jedoch habe ich sie noch nicht so schön koloriert gefunden. Und so ein bisschen Originalquellenarbeit ist ja auch mal spannend ;-)

Titel (Quelle):

Geographische Vorstellung der jämerlichen WASSER-FLUTT in NIEDER-TEUTSCHLAND welche den 25. Dec. Ao. 1717 an der heiligen Christ-Nacht, mit unzählichen Schaden, und Verlust vieler tausend Menschen einen großen theil derer Hertzogth. Holstein und Bremen, die Grafsch. Oldenburg, Frislandt, Gröningen und Nort-Holland überschwemm et hat. / edirt von Ioh. Bapt. Homann Der Rom. Keis. Mai. Geogr. in Nürnberg Cum Privilegio Sac. Caes. Majestatis

Text oben rechts:

Bericht. Es ist nicht nachdrücklich genug vor zustellen der sehr betrübte und erbärmliche Zustand der den Nördlichen Theil von Teutschlandt den 25 December in der heiligen Christ Nacht des verwichenen 1717ten Jahrs betroffen, da nemlich die See bey einem gar ungestümmen Nord-Westwind die Dämme durchgebrochen, viel tausend Menschen und Vieh um das Leben gebracht, und unzehlich viel Häußer darniedergerissen. Man hat aber die Nachricht, daß sowohl Dittmarschen alß das Eyderstädtische samt einiger Insel mehrentheils unterwasser gesetztworden, und sind im Nordstrand allein 6308 Menschen, im Eyderstädtischen 2107, im Dittmarschen 1000, zu Hamburg 200, und nochmehr in disen Gegenden ertruncken. [? Dies-] und jenseits der Elbe im Bremischen hat ebenfalls das Wasser grossen Schaden gethan. [Hesenders?] in dem Land Ködingen [?], im Land Hadeln, im alten Land, und im Land Wursten, da bey 2000 Menschen und sehr viel Vieh umkommen. Im Oldenburgischen des Pudjadiger Lands, sind auch 921 Menschen ertrunken. In dem Ostfrisischen, Emdischen, item um Aurich und Jever, hat es einen unbeschreiblichen Schaden verursacht; in diesen Gegenden sind 5604 Menschen umgekommen nebst allen Vieh, so daß sich die Summa der Ertrunkenen auf 18140 so es annoch [?] wissent ist betrifft. Es haben auch See-Canten von West-Friesland, Gröningen und Nord-Holland, Große Noth gelitten. Hierbey ist noch um desto mehr zu bejammern daß der Schaden wegen der Hohen Fluthen noch immer mehr und mehr anwachse, zumahl da die Dämme sehr zerrissen und allen Fluthen offen stehen gleich wie erst neulich den 25. Febr: das Wasser bey eine starcken Nord-Westwind in dem Holsteinischen und einigen andern Gegende um 5 biß 6 Schne [?] höher gestiegen, und weiter in das Land eingebrochen, welche traurige Begebenheiten gegenwärtige Chartggantz [?] special und mit mehrern vor die Augen leget. Wie weit nun das Land unter Wasser bleiben, oder von selbigen wieder befreyet wird, ist zu erwarten; da es sodann auch eigentlich soll angezeiget werden.

Bildunterschriften unten:

Mitte: Vorstellung einer Bracke oder Durch-Brucht eines Damms dadurch daß Landt von jnnen über Schwemmet wirdt.
Rechts: Wassermühle durch welche vermitelst des Winds das Wasser auß dem Landt durch die Schleussen gemahlen wird.
Rechts unten: a Eine Schleuße von Innen, b Zwey Thieren, so sich bey gefallennen Wasser durch das von Innen gesammelten Wassers sich selbsten Eröffen, c. ein erhöher Graben
Ganz rechts unten: 1 Eine Schleuße oder Sylle von aussen 2 Die zweythüren, So von hohen Wasser oder Fluth 3 Zu geschoben wirdt.

Eine Beschreibung der Flut gibts auch bei der Wikipedia

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