„Ich möchte keine Panik erzeugen“

Es ist doch immer mal wieder erfrischend, wenn Menschen ab und an auch mal die Wahrheit sagen. Der irische Finanzmann Hoobs zum Beispiel. Hier ein paar Exzerpte:

[…] Das optimistischste Ende für die derzeitige Situation, das ich mir vorstellen kann, wäre, wenn die EZB das Gelddrucken begänne [um über starke Inflation die Schulden zu entwerten] – doch dieses wird nicht geschehen. Solange die Deutschen ihre Finger in der EZB haben wird dies nicht geschehen, da sie eine Hyperinflation befürchten. […]

Moderation: „Das ist aber ein sehr pessimistischer Ausblick.“

[…] Nun, was ich gerade beobachte ist ein Bank-Run. […] Die Menschen erkennen das Schema wie aus Portugal, Griechenland, Irland und sagen sich: „Das passiert mir nicht noch ein Mal.“ Alles das Gerede über positive Entwicklungen der italienischen Wirtschaft… Das Geld geht in die andere Richtung.

[…] Wenn der italienische [Staats-]Anleihen im Wert fallen [sichtbar durch hohe Renditen für die Käufer], dann fällt ein Viertel des europäischen Anleihenmarkts im Wert. […] Wir werden ein Reihe von Bankzusammenbrüchen erleben, da die Staaten sich kein Geld mehr leihen können um diese Banken zu retten. Dies ruft Panik hervor, einen riesigen Bank-Run überall in Europa der sich über die Welt ausbreitet und den Zusammenbruch von Lehman-Brothers in den Schatten stellen wird.

Moderation: Was für ein apokalyptisches Szenario. Was wäre denn die beste Möglichkeit?

[…] Wissen Sie, keiner möchte das dies passiert. […] Doch es gibt keine Lösung. Deswegen sage ich ja, dass wir einen Plan B brauchen. […] Fakt ist, dass das Risiko dass der Euro zerfällt steigt. […] Italien ist „unrettbar“. Bei Geld geht es um Glauben. Glauben wird dadurch zerstört, dass die Politiker immer den Ereignissen hinterher laufen. Was wir gerade in Europa recht deutlich sehen ist, dass die Situation außer Kontrolle geraten ist. […] Also was ich sagen möchte ist: Wenn Sie überhaupt Geld besitzen, dass bringen Sie etwas davon aus Europa heraus und heraus aus diesem Rechtsbereich.

Moderation: Und wohin dann?

Trotz des Preises ist Gold immer noch ein sicherer Hafen, aber es gibt auch andere Sachen wie den kanadischen Dollar.

Moderation (aufgeregt): Aber wenn wir alle unser Geld aus Europa abziehen, dann facht dies doch bloß noch das Feuer an!?

Wissen Sie, während ich hier spreche… jeder der auch nur ansatzweise Zugang zu informierten Beratern hat… Ich weiß das wohlhabende Leute in Italien dies tun, in Spanien und in anderen Ländern. Weil sie erkennen was abläuft… […] Es gibt diesen ganzen Konsens in vielen Kommentaren, dass alles schon gut werden wird. Die „normalen Menschen“ denken sich: „Nun, man sagt uns von oben (?), dass alles gut wird.“ Aber Fakt ist: Wohlhabende Menschen tun dies nun, während ich hier spreche. Sie verschieben ihr Geld. Folge dem Geld!

Moderation: In’s Gold?

Das wäre eine Möglichkeit. Aber ich versuche hier nicht eine Panik los zu treten. Ich sage den Menschen nur, dass wenn Italien fällt ist dies ein wirtchaftliches „Event“ [Desaster], das wir die letzten 100 Jahre nicht erlebt haben. Und das zeigt uns: Das ganze keynesianische Modell des Geldmultiplizierens […?] hat nicht funktioniert. […]

Und dann habe ich da noch dieses hübsche Video gefunden, in dem Anthony Wile nicht versteht, wie man die Eurozone und EU überhaupt als „Erfolgsmodell“ bezeichnen kann. Die Macht konzentriere sich bei [unkontrollierten] Eurokraten und Bürger- und Freiheitsrechte würden geschröpft. Aufhänger dafür war, die Ankündigung des Referendums über die Sparmaßnahmen in Griechenland, was von ihm (ebenfalls) positiv aufgefasst wurde. Er würde sich freuen, wenn die Griechen erkennen würden, dass sie ohne Euro besser dran wären. Recht interessant:

Doch es kann nicht sein, dass der Souverän auch wirklich bestimmt – wo kämen wir da denn hin? Ich denke, es geht dabei um die Verantwortung,  die eigentlich gerade kein Politiker mehr übernehmen kann. Es ist ein bisschen wie Kernenergie ;-). Wenn die Menschen dann mit „nein“ gestimmt hätten, hätten Sie ihr Schicksal selbst in die Hand genommen – was ja durchaus auch heilsam hätte sein können. Nun sitzt ein Bänker an der Spitze der Griechen, der überall gefeiert wird und das Land schön weiter ins Desaster sparen wird.

Von Klaus Stuttman dazu:


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